PEN Zentrum Deutschland

Aktualisiert: 23. März




 


PEN-Mitglieder lesen Texte Aleksei Bobrownikows



Als Zeichen der Solidarität lesen PEN-Mitglieder aus dem unveröffentlichten Roman des ukrainischen Schriftstellers, Journalisten und ehemaligen Writers-in-Exile-Stipendiaten des PEN, Aleksei Bobrownikow.

Der Angriffskrieg des russischen Machthabers Wladimir Putin gegen die Ukraine verleiht diesem bisher unveröffentlichten Werk eine besondere Aktualität. Um ein Zeichen zu setzen, baten wir kurz nach Kriegsbeginn PEN-Mitglieder Passagen aus dem Manuskript zu lesen und als Video einzureichen. Die Resonanz wer sehr groß“, erklärt Astrid Vehstedt, Vizepräsidentin und Writers-in-Exile-Beauftrage des PEN Zentrums.

In dem Roman „Grauzone“ beschreibt Aleksei Bobrownikow die gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Ost-Ukraine, auch „Graue Zone“ genannt und entlarvt ein weit verzweigtes Schmuggel- und Geldwäschenetz, das die Warlords im Donbas finanzierten. Zugleich taucht dieses umfangreiche Werk tief in die Geschichte der Ukraine ein.

Infolge seiner Recherchen in den Jahren 20214/2015 erhielt Bobrownikow mehrere Todesdrohungen und flüchtete 2016 nach Deutschland. Von Januar 2017 bis Februar 2018 war er Gast der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte und von 2018 bis 2021 Stipendiat des Writers-in-Exile Programms des deutschen PEN-Zentrums.







 

Julian Assange, Maria Ovsyannikova

und die Wahrheit über den Krieg

Das deutsche PEN-Zentrum fordert die Freilassung von Julian Assange und Maria Ovsyannikova. Über Kriegsverbrechen und einen verbrecherischen Krieg zu berichten, kann kein Verbrechen sein.

Der WikiLeaks-Gründer Julian Assange darf doch nicht vor dem höchsten britischen Gericht gegen seine drohende Ausweisung an die Vereinigten Staaten von Amerika klagen. Der russischen Redakteurin Maria Ovsyannikova, die im Fernsehen gegen den Krieg in der Ukraine protestierte, drohen nach einem neuen Gesetz des Despoten Putin 15 Jahre Haft. Beide Fälle gehören zusammen: sie zeigen, wie überlebenswichtig Meinungsfreiheit und journalistische Unabhängigkeit für demokratische Gesellschaften sind.

Wer Kriegsverbrechen aufdeckt und so zu verhindern hilft, darf, ja muss sich über Gesetze hinwegsetzen, die Information und die freie Rede beschränken.

Berichte über Kriegsverbrechen dürfen nicht zensiert werden. Erst wenn die Weltöffentlichkeit Kenntnis über die militärische Brutalität in der Ukraine wie auch im Irak erhält, ist es möglich, diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuprangern und zu verurteilen. Gerade aus diesem Grund dürften Journalisten wie Assange und Ovsyannikova nicht von einer nationalen Justiz verfolgt werden“, betont Ralf Nestmeyer, Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragter des deutschen PEN.



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