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Fünf Jahre Training für die erste Goldmedaille



Das Wetter meint es gut an diesem ersten Wettkampftag der Weltspiele – zum frühen Abend hin zeigt sich die Sonne noch einmal im Sommergarten vom Messegelände und strahlt auf die große Bühne wie ein Scheinwerfer. Backstage sitzen in einem Zelt die Athlet*innen der Rhythmischen Sportgymnastik, die den ganzen Tag ihre Wettbewerbe im „CityCube“ auf dem Messegelände ausgetragen haben, auf von eins bis acht nummerierten Stühlen. Sie kommen aus Großbritannien, Puerto Rico, Estland, Spanien, Usbekistan oder Indonesien. Einige haben noch ihre Wettkampfkleidung an, die glitzert und funkelt, und sind schön geschminkt. Unter ihnen ist die 15-jährige Cheuk In Wai aus Hong Kong, die am Sonntag ihre Übungen mit dem Ball, mit Keulen, Reifen und dem Band erfolgreich geturnt hat. Sie ist ganz ruhig und konzentriert. Dann geht es zur Bühne, die Gymnastinnen werden einzeln aufgerufen, die Teilnahmeschleifen und Medaillen werden von Platz acht rückwärts bis zu Platz eins vergeben. An diesem Abend bekommen fünf Gymnastinnen ihre Auszeichnung in der Kategorie „Level 1 All Around“. Überreicht werden sie von Andreas Silbersack, erster Vize-Präsident von Special Olympics Deutschland.


1_Cheuk In Wai (Rhythimsche-Sportgymnastik) ist die erste Goldmedaillengewinnerin der Weltspiele Credits: Special Olympics World Games Berlin 2023 / Juri Reetz

Die Goldmedaille gibt es für Cheuk In Wai, es ist die erste Goldmedaille dieser Weltspiele. Etwas verhalten und zögerlich steigt sie auf das Podest mit der Nr. eins. Erst als das begeisterte Publikum nochmals zu Jubel und Applaus ausholt, lächelt sie, nimmt die Arme hoch, winkt – und genießt einfach den schönen Moment. Unten auf der Wiese vor der Bühne stehen weitere Athlet*innen und Betreuer*innen der Delegation von Hong Kong und ihre Trainerin Cindy Yim Yim. Und die verfolgt das Geschehen ganz genau: „Ich bin sehr stolz! Sie hat ihre Übungen sehr gut und perfekt geturnt.“ Wai trainiert bei Special Olympics Hong Kong zweimal pro Woche. Etwa fünf Jahre lang hat sie für die Weltspiele in Berlin geübt: „Ich bin sehr glücklich über diese erste Medaille, die ich schon mal mit nach Hause nehmen darf. Bei meinen Übungen heute hat alles gut geklappt, morgen geht es mit noch mehr Wettbewerben weiter.“ Nach den Vorrunden stehen für die Gymnastinnen die Finals an.

Eine Special Olympics Besonderheit: Nach den Regeln des Weltturnverbandes FIG dürfen in der Rhythmischen Sportgymnastik nur Frauen antreten. Bei den Special Olympics World Games können auch Männer in den unteren Wettkampfstufen teilnehmen. Bei den Weltspielen ist zusätzlich ein Wettbewerb angeboten für Athlet*innen, die sitzend turnen. Wichtigste Fähigkeiten, die rhythmische Gymnast*innen mitbringen müssen, sind Hand-Augen-Koordination, Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Kraft.


 

Text: Gritt Ockert

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