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Zuchterfolg bei Hagenbeck - einmalig in Europa

Nachwuchs der Folohy-Buntfrösche nur in Hamburg zu sehen

© Lutz Schnier © Hagenbeck

Gelb, blau, grün, rot, orange, schwarz - das Farbspektrum der Madagaskar-Buntfrösche ist vielfältig. Im Tropen-Aquarium Hagenbeck können alle Besucher die schwarz-gelb-gefärbten Vertreter ihrer Art (Mantella laevigata) in der Höhlenwelt beobachten. Hier leben die Frösche, die aktuell Nachwuchs haben, mit dem Blattschwanzgecko in einer Biotopanlage zusammen. Hagenbeck ist die einzige Einrichtung in Europa, die diese Frösche, die auch Folohy-Buntfröschchen genannt werden, züchtet. „Nach einer intensiven Recherche hat es mehrere Versuche und diverse Justierungen gebraucht, um letztlich den richtigen Weg zum Erfolg zu finden. Die inzwischen regelmäßige Nachzucht in großer Zahl ist eine tolle Belohnung für unsere Arbeit und gleichzeitig ein Ansporn für zukünftige Zuchtprojekte“,freut sich Florian Ploetz, Bereichsleiter Terraristik bei Hagenbeck


© Lutz Schnier © Hagenbeck

Mantella laevigata gehört zu den speziellsten Buntfroscharten, von denen es insgesamt 16 gibt. Im Gegensatz zu ihren Artgenossen lebt der an Kopf und Rücken knallig gelb-gefärbte Frosch zwar auch am Boden, klettert aber nicht selten auch auf Bäume. Die winzigen Frösche mit blauen Punkten an Händen und Füßen wurden bereits in vier Meter Höhe gesichtet. Auch die Fortpflanzung ist bei dieser Art speziell. Folohy-Buntfröschchen legen meist nur ein Ei ab, ganz selten auch zwei. Bei den anderen Arten sind es hingegen bis zu 20 Eier pro Ablage. Zudem benötigen sie für die Fortpflanzung nicht zwangsläufig Bachläufe oder größere Gewässer, die wiederum für die anderen Buntfroscharten überlebenswichtig sind. Nach der Befruchtung klebt das Folohy-Weibchen das Ei in mit Wasser gefüllte Baumlöcher oder Bambushalme an der Innenwand, ein bis zwei Zentimeter über der Wasseroberfläche fest. Nach zwei Tagen ist der Embryo im Ei bereits erkennbar. Wenige Wochen später schlüpft die Kaulquappe und fällt in ihrem Versteck in das stehende Wasser unter sich. Winzige Insekten dienen der Quappe in dieser Zeit als Nahrung. Nicht selten versorgt das Weibchen ihren Nachwuchs mit unbefruchteten Eiern. Auch das Männchen beteiligt sich an der Aufzucht, indem es die Mini-Tümpel, in denen die Quappe heranwächst, vor Feinden beschützt. Diese Art der elterlichen Fürsorge ist einmalig bei den Buntfröschen.


Nach zwei Monaten ist der Frosch vollständig entwickelt. Mit einem Jahr ist der tagaktive Bodenbewohner ausgewachsen und rund 29 Millimeter groß. Zu seiner Nahrung zählen Ameisen, Termiten, Milben, vereinzelt auch Fliegen. Folohy-Buntfrösche kommen ausschließlich auf Madagaskar vor. Das größte Vorkommen der Mantella laevigata gibt es auf der Insel Nosy Mangabe. Auch im Nationalpark Masoala sind die farbenprächtigen Amphibien besonders im März und Oktober reichlich vertreten und halten sich hier auf dichten Laubschichten, Baumstümpfen und an moosigen Stämmen auf. Seit 2004 werden die Madagaskar-Buntfrösche in der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) als gefährdet gelistet. Obwohl Mantella laevigata als wenig gefährdet eingestuft wird, ist diese Art durch die anhaltende Vernichtung ihres Lebensraumes jedoch zunehmend bedroht. „Der Zuchterfolg der Buntfrösche zeigt uns einmal mehr, dass sich Hagenbecks Bemühungen um den Erhalt bedrohter und gefährdeter Tierarten lohnen und auszahlen. Ich bewundere das Engagement und die Leidenschaft unserer Tierpfleger, die diesen Erfolg möglich machen“, betont Dr. Albrecht, Geschäftsführer Tierpark Hagenbeck.

 

© Hagenbeck


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