Pinguine in Sommerlaune


Strahlender Sonnenschein in Neuwied und Temperaturen um die 30 Grad, perfektes Wetter, um den Kindern das Schwimmen beizubringen. „Das sehen unsere Humboldtpinguine genauso“, verrät Jasmin Kuckenberg, die stellvertretende Direktorin des Zoo Neuwied.


Bereits im April waren in einer der hölzernen Bruthöhlen auf der Pinguinanlage zwei Küken aus ihren Eiern geschlüpft und verbrachten dort auch ihre ersten Lebenswochen. „Beim Schlupf sind die Küken noch nackt und hilflos. Analog zum Verhalten der Humboldtpinguine im natürlichen Lebensraum werden die Jungvögel daher anfangs mehrere Wochen lang von ihren Eltern in den Bruthöhlen mit vorverdautem Fischbrei gefüttert. Erst wenn sie kräftiger sind und sich ihr Gefieder ausgebildet hat, verlassen sie nach etwa zwei Monaten die Höhlen“, erklärt die Biologin.



Seit Ende Juni sind die Geschwister auf der Anlage unterwegs, und sind mittlerweile genau wie ihre Eltern im Wasser ebenso zuhause wie an Land. „Von der Körpergröße her sind sie mittlerweile nicht mehr von den übrigen elf Pinguinen zu unterscheiden. Aber ihre Gefiederfärbung unterscheidet sich noch von der der Altvögel. Bei den Jungtieren geht das Weiß des Bauches in einem fließenden Übergang in den dunklen Rücken über. Bei erwachsenen Humboldtpinguinen hingegen sind Weiß und Schwarz scharf abgegrenzt, und es gibt zwischen dem hellen Bauch und dem dunklen Rücken noch einen zusätzlichen schwarzen und weißen Streifen.“


Das Unterscheiden der Humboldtpinguine stellt das Zoopersonal generell vor eine Herausforderung: „Bei den Humboldtpinguinen sehen sich alle Individuen sehr ähnlich. Es gibt nicht mal einen sichtbaren Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Tieren“, beschreibt Kuckenberg das Problem. „Zwar ist das Punktemuster auf dem Bauch individuell verschieden, wie ein Fingerabdruck. Aber dieses Muster auswendig zu lernen ist doch etwas viel verlangt. Ich würde auch keine Personen anhand ihrer Fingerabdrücke erkennen.“



Aber es gibt eine Lösung: „Wir markieren die Pinguine mit farbigen Kabelbindern an ihren Flügeln. Das tut nicht weh und behindert die Tiere auch nicht, und ermöglicht uns eine klare Zuordnung. Auch die Geschlechter, die wir durch eine genetische Untersuchung in Erfahrung bringen, können wir auf diese Weise unterscheiden. Männliche Tiere sind rechts markiert, weibliche Tiere am linken Flügel“, erläutert die Biologin und gibt ein Beispiel: „Die Eltern der im April geschlüpften Tiere sind ‚Rot links‘ und ‚Orange rechts‘. Ihr Nachwuchs ist ‚Orange links‘ und ‚Schwarz rechts‘, also ein Geschwisterpärchen.“


Zusammen mit ihren Artgenossen genießt die Pinguinfamilie bei den sommerlichen Temperaturen die Abkühlung im Wasserbecken. „Humboldtpinguine stammen nicht aus der Antarktis, sondern von der Küste Perus, und sind damit an ähnliche jahreszeitliche Temperaturen gewöhnt wie wir Mitteleuropäer. Aber auch wenn die Hitze nicht problematisch ist für die Pinguine: wer geht bei 30 Grad nicht gerne baden“, lacht die stellvertretende Direktorin.


 

© Zoo Neuwied

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