Nordrhein-Westfälisches Landgestüt


Kleinod, Teil der Landeskultur und Aushängeschild der Pferdezucht und des Reitsports



Ministerinnen Heinen-Esser und Scharrenbach in Warendorf: Die Landesregierung steht fest zum Landgestüt – Neuer Gestütsleiter Austermann: Vor uns liegt eine große Aufgabe im Spannungsfeld zwischen Tradition und Wandel.


Ein „Kompetenzzentrum für die Pferdehaltung“ oder eine Art „Zeche Zollverein des ländlichen Raumes“ – dies sind nur zwei Attribute des Selbstverständnisses des Nordrhein-Westfälischen Landgestütes. Gefallen sind die Stichwörter im Rahmen eines mit breiter Beteiligung moderierten Zukunftsworkshops. Ein zentrales Ergebnis war, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einhellig für den Erhalt des Landgestütes ausgesprochen haben. Allen voran die Landesregierung.

Dies machten Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser und die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, am Sonntag (27. März 2022) bei einem gemeinsamen Besuch des Landgestüts in Warendorf deutlich:


„Das Landgestüt hat als Aushängeschild der Pferdezucht und des Reitsports und wichtiger Teil der Landeskultur eine über die Landesgrenzen hinaus hohe Bedeutung“, betonten die Ministerinnen, und weiter: „Die Landesregierung steht fest zur Zukunft des Landgestüts."

Anlass des Besuches der Ministerinnen im Rahmen des Züchtersonntags war aber nicht nur die Veröffentlichung eines aktuellen Berichtes zur Lage und Zukunft des Landgestütes, sondern dazu passend auch die Begrüßung und öffentliche Vorstellung des neuen Gestütsleiters, Dr. Felix Austermann. Er hatte am 15. März die Leitung des Landgestüts übernommen, nachdem Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann das Landgestüt in einer Interimsphase kommissarisch geleitet hatte.


Ministerin Heinen-Esser: „Staatssekretär Dr. Bottermann hat das Landgestüt in den zurückliegenden Monaten in ruhiges Fahrwasser gebracht und wichtige Weichen gestellt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Diesen Zukunftspfad gilt es jetzt weiter zu gestalten. Wir haben nach einer Persönlichkeit gesucht, die in hohem Maße Pferdefachverstand besitzt, fest mit der Tierzucht verwoben ist, Kommunikator und Brückenbauer ist. Dies alles bringt Herr Dr. Austermann mit sich. Ich wünsche ihm Erfolg und Freude, das Landgestüt fest verankert im Land und weltoffen zu führen und zu repräsentieren“.


Dr. Felix Austermann: „Ich freue mich darauf, dieses fast 200 Jahre alte Landgestüt mit seiner bewegten Geschichte, der historischen Anlage und seinen vielfältigen Aufgaben für die Zukunft zu rüsten. Vor uns liegt eine große Aufgabe im Spannungsfeld zwischen Tradition und Wandel. Dem Tierwohl kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Mir ist bewusst, dass sich große Ziele nur gemeinsam erreichen lassen: mit einer kompetenten und motivierten Mannschaft, durch engen Kontakt zur Züchterschaft und einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Zuchtverbänden. Hierfür stehe ich jederzeit bereit!“


Ministerin Ina Scharrenbach betonte die kulturell herausragende Bedeutung des Landgestüts: „Westfalen, Pferde, Warendorfer Landgestüt – dieser beinahe weltweit bekannte Dreiklang wird mit einem neuen Leiter und mit verändertem, auf die Zukunft ausgerichtetem Konzept noch attraktiver. Die Aktivitäten im Warendorfer Landgestüt sind zugleich ein Stück Heimat, denn hier werden attraktive Veranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger auch abseits des Pferdesports – etwa der renommierten Hengstparade –angeboten. Ich bin gespannt, wie sich dieses so ganz besondere 'Landesunternehmen' weiterentwickelt – und trotzdem ein Aushängeschild bleibt, das weit über Westfalen hinausreicht."


Kompetenzzentrum für die Pferdehaltung

Das Nordrhein-Westfälische Landgestüt soll eine verlässliche Zukunftsperspektive mit Blick auf das 200-jährige Bestehen im Jahr 2026 haben. „Der heute vorgelegte Bericht und die Neuaufstellung der Gestütsleitung legen dafür eine gute Grundlage“, betonten die Ministerinnen. Vorausgegangen war ein Workshop, in dem der Status Quo und notwendige Entwicklungslinien des Landgestüts aufzeigt wurden. Ein Ergebnis des Workshops war, dass sich das Landgestüt noch stärker als Kompetenzzentrum für die Pferdehaltung verstehen müsse. Durch die große Expertise seiner Mitarbeitenden und einer guten Infrastruktur für Schulungen hat das Landgestüt hierfür die strukturellen Voraussetzungen.


„Das Landgestüt hat sich während seines fast 200-jährigen Bestehens untrennbar und tief in die Landesgeschichte eingewoben. Es geht hier um Pferdezucht und Identität. Wir sind fest entschlossen, gemeinsam mit engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, diesem Kleinod einen festen Platz auch in den kommenden 200 Jahren der Landesgeschichte zu sichern – nicht umsonst ist das Pferd fester Bestandteil des Landeswappens“, betonte Heinen-Esser.

Hintergrund: Nordrhein-Westfälisches Landgestüt


Das Nordrhein-Westfälische Landgestüt ist mit rund 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und aktuell 22 Ausbildungsplätzen eines der größten staatlichen Gestüte Europas und blickt auf eine über 190-jährige Tradition in der Pferdezucht zurück. Das Landgestüt verfügt über circa 85 Zuchthengste, darunter auch Pachthengste und circa 24 Hengste der Rasse Rheinisch-Deutsches Kaltblut. Die Haushaltsrechnung weist für 2020 rund 5,1 Millionen Euro Ausgaben und 2,1 Millionen Euro Einnahmen aus. Neben der Bereitstellung von hochwertigen Hengsten für die Zucht sind Ausbildung und Leistungsprüfung von Hengsten sowie die Durchführung von kulturellen und hippologischen Veranstaltungen mit mehreren 10.000 Besuchern im Jahr wichtige Tätigkeitsfelder. Zum Landgestüt gehört die Deutsche Reitschule. Sie

hat deutschlandweit eine einzigartige Bedeutung für die Aus- und Fortbildung des reiterlichen Berufsnachwuchses in Deutschland. Im Kreis Warendorf gibt es circa 1500 pferdehaltende Betriebe. Für die Region und Stadt Warendorf ist das Landgestüt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor eine wichtige touristische Attraktion.


 

umwelt.nrw

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