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Nebengelenktiere in der Prinz-Max-Halle


Unter der merkwürdigen Bezeichnung „Nebengelenktiere“ können sich viele Menschen zunächst gar nichts vorstellen, und das obwohl ein Vertreter dieser zoologischen Ordnung sich großer Bekannt- und Beliebtheit erfreut: Das Faultier bildet zusammen mit den Ameisenbären und den Gürteltieren diese nur in Amerika beheimatete Ordnung. Ihre Verwandtschaft kann man an körperlichen Merkmalen wie den namensgebenden zusätzlichen Wirbelgelenken erkennen, abgesehen davon unterscheiden sich die drei Familien aber in Aussehen und Lebensweise sehr voneinander.

Die sympathischen Faultiere sind Laubfresser, welche sich fast ausschließlich in Baumkronen aufhalten und nur ausnahmsweise auf den Boden kommen. Sie bewegen sich nur wenig und langsam, eine Sparmaßnahme aufgrund ihrer sehr energiearmen Nahrung. Auf dem Boden sind sie daher leichte Beute, in den Baumkronen hingegen sind sie, bewegungslos ruhend, kaum zu entdecken. „Um ihre Tarnung perfekt zu machen, ist ihr Fell in freier Wildbahn sogar meist von Algen besiedelt, was ihnen eine grünliche Färbung verleiht“ erklärt Kuratorin Alexandra Japes. „Die Zweifingerfaultiere „Lento“ und „Evita“, die in der Prinz Maximilian zu Wied Halle wohnen sind zwar algenlos braun gefärbt, aber trotzdem zwischen Deckenbalken und Rohren manchmal ganz schön schwer zu entdecken“ lacht die Biologin.

Die Faultiere können sich dort frei bewegen und besuchen auch manchmal ihre Verwandten, die Tamanduas, in ihrem Gehege. Die Tamanduas gehören zur Familie der Ameisenbären, genau wie der Große Ameisenbär Bramble, der eine Box im Tapirgehege bewohnt, sich jedoch tagsüber kaum blicken lässt. Genau wie er sind auch die Tamanduas „Lino“ und „Esmeralda“ an eine Ernährung angepasst, die ausschließlich aus Termiten besteht:

Sie verfügen über starke Krallen, um damit Termitenbaue aufzureißen, und über eine lange zahnlose Schnauze mit einer winzigen Mundöffnung, aus der eine lange klebrige Zunge ausgefahren werden kann, um damit die Insekten aus ihren Gängen zu schlecken.

Die letzte Familie der Nebengelenktiere sind die Gürteltiere. Diese Familie wird im Zoo Neuwied durch die Braunborstengürteltiere „Pippa“ und „Caio“ vertreten, welche die Bodenebene der Gehege von Nachtaffen und Wickelbären im Nachttierbereich bewohnen. Auch bei den Gürteltieren machen Insekten einen Hauptbestandteil der Nahrung aus, sie sind jedoch weniger spezialisiert als die Ameisenbären und nehmen auch pflanzliche Kost zu sich. Gürteltiere tragen einen festen Panzer aus verknöcherten Schildern auf dem Rücken, der sie effektiv vor Fressfeinden schützt.


Quelle Zoo Neuwied

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