Lange Nacht im Aquarium


© Prof. Dr. Thomas Ziegler

Besser hätten es die Tiere zeitlich nicht legen können: Das Aquarium des Kölner Zoos wird in diesem Jahr 50 und lädt am kommenden Samstag, 13. November 2021, von 18 bis 22 Uhr zur „Langen Nacht“. Gleichzeitig ist das Krokodil „Zootier des Jahres“ 2021. Gleich doppelt passend dazu gibt es spektakuläre Nachzuchten zu bestaunen – z.B. bei den Philippinenkrokodilen, der seltensten Panzerechsenart der Erde. „Ligaya“ (Glück), „Mutya“ (Juwel), „Mayumi“ (sanftmütig) und „Tala“ (heller Stern), die diesjährigen Naturbruten, sind mit mittlerweile 4,5 Monaten kräftig herangewachsen und im friedlichen Familienidyll gemeinsam mit ihrer Mutter in der Schau zu sehen.


Sie schlüpften Ende Juni. Es ist die zweite Naturbrut bei Philippinenkrokodilen, die im Kölner Zoo gelungen ist. Nach der europaweit ersten Nachzucht dieser hochbedrohten Tiere in Menschenhand im Jahr 2013 gelang die erste Naturbrut im Jahr 2015. Ende 2020 konnten die aus diesem Naturbrut-Schlupf stammenden Jungen „Hulky“ und „Dodong“ im Rahmen einer Rückführungsaktion auf die Philippinen geschickt werden. Sie sollen dort die natürlichen Bestände stärken. Auch die aktuellen Nachzuchten sollen in ca. 1,5 bis 2 Jahren im Rahmen des Artenschutz-Engagements des Kölner Zoos rückgeführt werden.


© dr Thomas Ziegler

Erstmals in einem Zoo als „Enkelgeneration“ zu sehen: Krokodilschwanzechsen

Weiteres Highlight für (nicht nur) Terraristik-Fans: Erstmals in einem Zoo weltweit ist es dem Kölner Aquariums-Team gelungen, eine „Enkelgeneration“ – also Jungen von den Jungen – bei den stark bedrohten Vietnamesischen Krokodilschwanzechsen zu züchten. Sie werden zur Langen Nacht dem Publikum in der Schau des Aquariums vorgestellt. Die Krokodilschwanzechse beschäftigt den Kölner Zoo schon länger. 2003 entdeckte ein Forscher-Team um Aquariumskurator Prof. Dr. Thomas Ziegler erstmals Exemplare in Nordvietnam, von wo man die Echse zuvor nicht kannte. Die Bestände bei dieser Reptilien-Art, für die der an ein Krokodil erinnernde Schwanz namensgebend ist, gingen seitdem durch Lebensraumzerstörung oder Abfang für den illegalen Wildtierhandel massiv zurück. Der Kölner Zoo hat sich bereits vielfach für den Erhalt dieser Tiere eingesetzt und war mit seiner Forschungsarbeit maßgeblich daran beteiligt, dass die Krokodilschwanzechse auf die Rote Liste der Weltnaturschutzunion aufgenommen und auf dem höchsten Schutzstatus des Washingtoner Artenschutzabkommens gelistet wurde. Umso erfreulicher ist, dass nun erneut Nachzuchten gelungen sind. Im Kölner Zoo sind bereits ca. 10 Prozent des geschätzten Gesamtbestands weltweit geboren worden.


Ganz neu in einem Schauterrarium zu sehen ist außerdem ein bedrohtes Amphib aus Vietnam, das im Kölner Zoo erfolgreich vermehrt wird – Zieglers Krokodilmolch. Die Art ist nach dem Kölner Aquariumskurator benannt, der damit für seine Arbeit zur Erforschung der Herpetofauna Vietnams geehrt wurde. Der Zoo hält diese Amphibienart erst seit Kurzem und vermehrt sie erfolgreich. Zieglers Krokodilmolch ist eine mittelgroße Art der Krokodilmolche. Die Haut ist rau und grob gekörnt. Auf dem Kopf befinden sich ausgeprägte, knochige Leisten. Eine weitere Leiste ist auf dem Rücken ausgebildet, diese verläuft in Längsrichtung in der Mitte des Rückens und ist auffällig und segmentiert. Zieglers Krokodilmolche kommen nur in Karstgebirgen im Norden Vietnams vor.


50 Jahre Aquarium: Das muss gefeiert werden – bei der „Langen Nacht“

Die „Lange Nacht im Aquarium“ ist die perfekte Gelegenheit, diese und viele andere exotische Schönheiten zu bestaunen – und gleichzeitig spannende Kurz-Kommentierungen an einzelnen Schaubereichen, Mitmachaktionen, Snacks, Musik und Cocktails zu genießen.

Die Infos im Einzelnen:


 

Was: „Lange Nacht im Aquarium“

Wann & Wo: am kommenden Samstag, 13. November 2021, von 18 bis 22 Uhr im Aquarium des Kölner Zoos

Was: Das Aquarium öffnet seine Pforten zu nächtlicher Stunde. Fische, Kriech- und Krabbeltiere können in gedämpftem Licht zu ungewohnter Tageszeit besucht werden. Zoomitarbeiter vermitteln spannende Hintergrundinfos zu den Aquarien- und Terrarien-Bewohnern.

An verschiedenen Infostationen kann man auf hautnahen Kontakt zu Kriech- und Krabbeltieren gehen. Mit speziellen Lichtlupen wird der Mikrokosmos winziger Wassertierchen erforscht, eine Wühlkiste lädt zur Schatzsuche nach Fossilien und Haifischzähnen ein. Auch im Obergeschoss gibt es einiges zu entdecken. Hier steht vor allem die Vielfalt der Insekten- und Spinnentiere im Mittelpunkt. Eine Imbissstation mit Snacks und Cocktails bietet eine willkommene Stärkung in entspannter Atmosphäre. Der Kölner Pianist Thelonious Herrmann spielt zur vollen Stunde stimmungsvolle Klaviermusik.


Eintrittspreise:

Erwachsene: 14 € ; mit Jahreskarte: 11 €

Kinder: 9 €; mit Jahreskarte: 7 €

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