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Künstliche Intelligenz - wo und wie?


Nur 47% der Befragten in der repräsentativen Bevölkerungsbefragung „Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2022“ geben an zu wissen, in welchen Geräten KI steckt. Angesichts der Vielzahl an KI-Diensten, die auf dem Markt zu finden sind, ist das durchaus relevant. Texte, Bilder, Musik sogar Software – scheinbar alles kann heute von KI-Diensten geschaffen werden. Die Faszination über KI ist groß, die Berichterstattung über neue Möglichkeiten ist es ebenso. Die intensive mediale Befassung mit ChatGPT in den letzten Wochen hat dies eindrucksvoll gezeigt. Selten wird allerdings darüber gesprochen, welche Kompetenzen Menschen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz benötigen. Es gibt inzwischen so viele Einsatzszenarien von KI, dass schon das Erkennen, wo KI-gesteuerte Anwendungen zum Einsatz kommen, eine Kompetenzanforderung darstellt. Des Weiteren wird es zunehmend nötig, bewerten zu können, auf welcher Datenbasis KI-Systeme operieren und die Unternehmen mit Daten umgehen. Aus dem "Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2022“ wird diesbezüglich ersichtlich, dass nur 22% der Befragten wissen, woran sie erkennen können, ob ein Unternehmen verantwortungsbewusst mit Daten umgeht.


Der „Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2022. Wissen und Handeln im Kontext von KI“, wurde vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis im Rahmen des Projektes Digitales Deutschland| Monitoring zur Digitalkompetenz der Bevölkerung veröffentlicht. In einer telefongestützten Repräsentativbefragung wurden 1602 deutsche Bürger*innen zwischen 12 und 99 Jahren zu ihrer Vorstellung von KI, ihrem Wissen, ihren Einstellungen und ihrem Umgang mit KI-Systemen befragt. Gefördert wurde dieses Forschungsvorhaben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Kooperationspartner des JFF sind der Fachbereich Medien und Kommunikation der Universität Siegen und die Abteilung Medienbildung der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.


Insgesamt wird in der Studie deutlich, dass sich in der Bevölkerung nur Wenige als Expert*innen im Hinblick auf Einsatzbereiche, Problemstellungen und Chancen von KI einschätzen.

Allerdings konnte die Repräsentativbefragung auch zeigen, dass das Wissen über KI die jeweils individuelle Einschätzung der Chancen und Risiken beeinflusst. Der Leiter der Studie, Dr. Niels Brüggen: „Diejenigen, die sich mehr Wissen über Künstliche Intelligenz zuschreiben, sehen eher Chancen – sei es für persönliche oder gesellschaftliche Folgen. Umgekehrt sehen insbesondere die, die wenig Wissen über KI haben, häufiger Gefahren. In Bildungsangeboten muss zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit KI als Technologie und über mögliche soziale Folgen angeregt werden.“

Die Ergebnisse aus dem „Kompass: Künstliche Intelligenz und Kompetenz 2022. Wissen und Handeln im Kontext von KI“ sind eine wichtige Grundlage, um entsprechende Angebote gezielt für unterschiedliche Zielgruppen zu entwickeln. Wichtig ist es dabei sowohl alle Altersgruppen als auch Menschen aller Bildungsstände und Berufsgruppen in den Blick zu nehmen.


Das Projekt Digitales Deutschland | Monitoring zur Digitalkompetenz der Bevölkerung wird vom BMFSFJ gefördert und ist ein Beitrag zur KI Strategie der Bundesregierung. Ziel des Projektes ist, die Kompetenzen, die die Bevölkerung für ein souveränes Leben mit KI-Anwendungen und dem digitalen Wandel benötigt, zu beschreiben, zu erforschen und Handlungsbedarfe zu konkretisieren.

 

Über das JFF: Seit 1949 befasst sich das JFF mit Medien und medialen Phänomenen, mit Trends und Entwicklungen, mit Chancen und möglichen Schwierigkeiten aus Sicht von Kindern und Jugendlichen. Die Ergebnisse der interdisziplinären Arbeit aus Forschung und Praxis werden für verschiedene Arbeitsfelder aufbereitet und sind Basis für innovative Projekte und Modelle in der Erziehungs-, Bildungs- und Kulturarbeit. Ziel all dieser Aktivitäten ist eine breite, umfassende und nachhaltige Förderung von Medienkompetenz


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