Internationales Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“:


V.l.: Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Lucie Kürten, Preisträger Ludwig Sebus und Achim Thyssen, Leiter des Mundartarchivs Foto: S. Büntig / Rhein-Kreis Neuss

Der Kölner Komponist, Textdichter und Krätzchensänger Ludwig Sebus erhielt jetzt in Dormagen-Zons die Franz Peter Kürten-Auszeichnung. Gut gelaunt und vital nahm der 96-jährige Preisträger die Auszeichnung von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Lucie Kürten, der Witwe des Stiftungsgründers Dankwart Kürten, entgegen.

Petrauschke erinnerte in der Nordhalle des Kreiskulturzentrums daran, dass die Auszeichnung zum Gedenken an Franz Peter Kürten vergeben wird. „Sein Lebenswerk war Ausdruck eines schier unbändigen Interesses an seiner rheinischen Heimat, an Brauchtum, an Redensarten, an Liedern, an Sprache und an den Sprechern“, sagte der Landrat. „Und sein Nachlass umfasst etliche Regalmeter mit Gedichten, volkskundlichen Arbeiten, Manuskripten, Liedtexten und auch historischen Aufzeichnungen und steht heute in unserem Internationalen Mundartarchiv Forschungsinteressierten zur Verfügung.“

Dankwart Kürten stiftete die Franz Peter Kürten-Auszeichnung, nachdem der umfangreiche Nachlass seines Vaters vor fast 20 Jahren seinen Platz im Internationalen Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“ in Dormagen-Zons gefunden hatte. Sie wird seit 1991 in Anerkennung besonderer Verdienste um das dialektliterarische Leben im Rheinland verliehen. Nach dem frühen Tode ihres Ehemannes Dankwart vergibt Lucie Kürten gemeinsam mit dem Mundartarchiv „Ludwig Soumagne“ alle zwei Jahre die im Rheinland geschätzte Auszeichnung. Zuletzt wurden die Kölner Musikgruppe „Bläck Föös“ und der Krefelder Mundartdichter Theo Versteegen damit geehrt.


Der aktuelle Preisträger Ludwig Sebus war mit seinen drei Töchtern nach Zons gereist und ließ es sich nicht nehmen, seinen Erfolgshit „Jede Stein en Kölle eß es Stöck von deer“ von 1955 vor dem Publikum zu präsentieren. In seiner Einführung betonte Achim Thyssen, Leiter des Mundartachivs, dass Ludwig Sebus sich sehr intensiv mit der Kölner Mundart beschäftigt hat. „Die Jury, die sich aus ehemaligen Trägern der Auszeichnung zusammensetzt, hat sich ohne große Diskussion für ihn als Preisträger entschieden“, berichtete Thyssen. Denn der 96-Jährige sei mit seinem Engagement für die Mundart über die Domstadt hinaus bekannt. Der Kölner Journalist Hermann Rheindorf skizzierte in seiner Laudatio den Werdegang von Ludwig Sebus mit Höhepunkten in den 80-er Jahren.

Rhein-Kreis Neuss


22 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen