Hornrabenküken im Zoo Neuwied


Zoo Neuwied gGmbH

Wenn man morgens durch den noch leeren Zoo Neuwied geht, hört man oft ein dumpfes Rufen, ähnlich klingend wie ein exotisches Instrument. Bei genauerem Hinhören kann man es bis zur Afrikawiese zurückverfolgen, genauer gesagt: Bis ins Gehege der Südlichen Hornraben.

Bonnie und Clyde sind ein Pärchen großer, schwarzer Vögel mit auffälligen, roten Hautpartien im Gesicht. Meist bewegen sie sich schreitend in ihrem Gehege, untersuchen neugierig Gegenstände aller Art und lieben es, Lärm zu machen – mit ihrer tiefen Stimme oder wahlweise auch durch Trommeln und Klopfen auf die Gehegeeinrichtung.

In den letzten Monaten jedoch war Weibchen Bonnie zwischendurch wochenlang nicht zu sehen, und auch danach verschwand sie immer wieder für längere Zeit. „Immerhin war sie nicht eingemauert“, lacht Kurator und Tierarzt Daniel Waked, „das machen nämlich viele andere Vertreter der Nashornvögel, zu denen auch die Hornraben gehören, während der Brut. Und genau das hat Bonnie getan: sie hat gebrütet, und zwar erfolgreich!“


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Während andere Nashornvögel-Weibchen sich zur Brut und Kükenaufzucht tatsächlich von ihrem Partner in Baumhöhlen einmauern lassen und daraufhin wochenlang nur durch einen schmalen Spalt hindurch gefüttert werden, hätte Bonnie also die Bruthöhle durchaus verlassen können. „Sie hat die Brut diesmal wunderbar gemeistert, und kümmert sich auch jetzt noch hervorragend um ihr Küken“, erzählt Daniel Waked erleichtert.

Das war nicht immer so: Nachdem das Hornrabenpärchen in den ersten acht Jahren des Zusammenlebens keinerlei Anstalten zur Brut machte, gab es 2014 erstmals Nachwuchs und auch 2015 zogen die beiden erfolgreich ein Küken auf. „In den darauffolgenden Jahren jedoch war einfach der Wurm drin“, beschreibt es der Kurator. „Mal haben die beiden ein Ei gehabt, es aber nicht bebrütet. Ein anderes Mal war das Ei plötzlich verschwunden.“

Diesmal scheint endlich wieder alles gepasst zu haben, das Küken wächst und gedeiht und unternimmt mittlerweile, mit gut zwei Monaten, auch bereits erste Ausflüge aus der Nisthöhle hinaus. Bis sich seine nackten Hautpartien im Gesicht rot färben, wie die seiner Eltern, wird es allerdings noch dauern. „Voraussichtlich wird der Jungvogel auch noch eine ganze Weile hierbleiben“, berichtet Daniel Waked, „denn idealerweise erleben die Jungvögel noch die Aufzucht eines oder mehrerer jüngerer Geschwister mit, bevor sie eigene Familien gründen. So ist es in der Natur, und so machen wir es auch in den Zoos – wenn es denn klappt und die Eltern im nächsten Jahr wieder brüten.“

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