Grünflächen-erhalten knackt 55.000 Marke


Für das Bürgerbegehren Grünflächen-erhalten.de das sich für den Erhalt der 1.225 öffentlichen Parks und Grünanlagen in München einsetzt, wurden mehr als 55.000 Unterschriften gesammelt. Um das Bürgerbegehren zum Bürgerentscheid einreichen zu können, sind von mindestens drei Prozent der Kommunalwahlberechtigten Unterschriften nötig, das sind etwa 33.500 Unterschriften.

Nur, wenn alle Angaben auf der Unterschriften-Liste vollständig und richtig sind, werden sie vom Kreisverwaltungsreferat als gültig gewertet. Ist z.B. der Vorname abgekürzt oder fehlen Hausnummer, Postleitzahl oder Geburtsdatum, gilt die Unterschrift nicht. Für die bisher gesammelten Unterschriften gehen die Initiatoren aktuell von einer Gültigkeitsquote von ca. 60 Prozent aus. Ziel ist es, im Herbst mindestens 60.000 Unterschriften bei der Stadt einzureichen und dafür in den kommenden Wochen und Monaten mit voller Kraft weiter zu sammeln.



Von den Bürgern geliebt: die Münchner Grünanlagen

„Wir freuen uns riesig über die große Unterstützung der Münchner. Im Gespräch spürt man, dass die Menschen ihre Grünanlagen lieben. In allen sozialen Schichten und in jeder Altersgruppe ist deutlich, dass Grünflächenerhalt ein echtes Bürgeranliegen ist, sehr viele Menschen bedanken sich für unser Engagement. Dieser enorme Zuspruch motiviert uns sehr“, sagt Stefan Hofmeir, Unnützwiesen-Retter und Initiator des Bürgerbegehrens.


Eigentlich sind die öffentlichen Grünanlagen, die in der Grünanlagensatzung der LH aufgeführt sind, Erholungs- und Freizeitzwecken in der hoch verdichteten Stadt gewidmet, doch tatsächlich stehen den knappen Flächen wachsende Begehrlichkeiten von Investoren und Stadtplanung gegenüber; per Stadtratsbeschluss können Grünanlagen umgewidmet und einer Bebauung zugeführt werden.



Der Erhalt der Grünflächen ist ein politisches Thema. Wenn Grünanlagen für Bauprojekte geopfert werden sollen, formiert sich regelmäßig massiver Protest, doch meist wird der Bürgerwille überhört. Genau das möchten wir ändern, denn es kann nicht sein, dass sich Bürger mit immensem zeitlichem und finanziellem Aufwand und meist gegen die Übermacht von Politik und Verwaltung für den Erhalt ihrer Grünflächen einsetzen müssen. Dass es weitaus besser geht, als die beiden gleichwertigen Gemeingüter Wohnungsbau und Grünflächenerhalt gegeneinander auszuspielen zeigt der Blick in andere Städte“, sagt Mitinitiatorin Christine Burger.


Nach den erfolgreichen Initiativen zur Rettung des urbanen Grüns in Hamburg und Berlin will Grünflächen-erhalten.de die Münchner Grünflächen retten. Auch in Wien hat Grün einen hohen Stellenwert; der Weg zur nächsten Grünanlage soll dort für jeden Bürger maximal 250 Meter sein.



Grünanlagenerhalt – ein soziales Thema

In Deutschland leben je nach Studie bis zu 77 Prozent der Menschen in urbanen Ballungszentren. Die teuersten Wohnlagen liegen stets dort, wo Grünflächen und Parks nicht weit sind.

„Grünflächenerhalt ist ein soziales Thema. Wer es sich leisten kann, wohnt in der Stadt dort, wo es grün ist. Dort haben die Menschen Zugang zu saubererer, von CO2 und Schadstoffen gereinigter Luft, es ist im Sommer deutlich kühler und nahes Grün für Naherholung und Bewegung dient der Gesundheit, vor allem für eine gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Dieses elementar wichtige Gemeingut soll allen Bewohnern zustehen, gerade auch im stark wachsenden München“, erklärt Christine Burger weiter.


Breite Unterstützung für Grünanlagen-Rettung

Mit über 50 verschiedenen Organisationen, Initiativen und Vereinen aus München wird das Bürgerbegehren von einem breiten Unterstützerkreis getragen, was auch die Freude über die geplante Grünanlagen-Rettung in der Bevölkerung widerspiegelt. „Wir freuen uns wahnsinnig über die breite Unterstützung aus so vielen verschiedenen Bereichen und sind sehr optimistisch, dass wir unser Bürgerbegehren zum erfolgreichen Abschluss bringen werden. Weiterhin sind alle willkommen, die mitmachen möchten und die uns auf der letzten Etappe den Rücken stärken wollen, auch Spenden sind sehr willkommen“, sagt Stefan Hofmeir.


urde die öffentliche Grünanlage an der Adam-Berg-Straße im vergangenen Jahr ersatzlos in Bauland umgewidmet. In den nächsten Wochen wollen die Initiatoren weiterhin sammeln, um eine komfortable Menge an gültigen Unterschriften einzureichen und das Bürgerbegehren mit einem Bürgerentscheid zum Erfolg zu führen. Sollte sich die Stadtregierung dazu entscheiden, das Bürgerbegehren anzunehmen, käme es nicht zum Bürgerentscheid, auch das können sich die Initiatoren vorstellen.


„Grundsätzlich sind wir sind in alle Richtungen gesprächsbereit. Dass Grünflächenerhalt neben Klima-Arten und Gesundheitsschutz zentral ist, wenn es darum geht, die Hitze-Resilienz in unserer Stadt deutlich zu verbessern und die Stadt für nachfolgende Generationen lebenswert zu gestalten, dürfte inzwischen bei allen angekommen sein. Sollte es die Möglichkeit geben, mit der Stadtspitze an einem Strang zu ziehen, würden wir uns freuen“, sagt Stefan Hofmeir.



 

Über Grünflächen-erhalten.de Das Bürgerbegehren ist ein Engagement von Bürgern für Bürger. Es wurde von Münchnerinnen und Münchnern ins Leben gerufen und am Laufen gehalten und ist nicht politisch motiviert. Entstanden ist Grünflächen-erhalten.de Ende 2016 aus der Bürgerinitiative Rettet die Unnützwiese. Bis heute wurden mehr als 55.000 Unterschriften gesammelt, im Herbst soll das Bürgerbegehren zum Bürgerentscheid eingereicht werden. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Unterschriften für ein Bürgerbegehren nicht online gesammelt werden dürfen, sondern nur physikalische Unterschriften gültig sind. Über die Initiatoren Gemeinsam mit den Unnützwiesen-Rettern hat Stefan Hofmeir das Bürgerbegehren 2016 ins Leben gerufen. Der 52-jährige gebürtige Münchner ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Er lebt mit seiner Familie in Berg am Laim, wo er auch für die ÖDP im Bezirksausschuss 14 sitzt und sich für den Glasfaserausbau im Münchner Südosten und den Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs einsetzt. Mit der Hofmeir Media GmbH betreibt der Diplom-Ingenieur (Elektrotechnik)Serverlandschaften in verschiedenen Rechenzentren und erzeugt und verteilt TV-Programme an alle namhaften Kabelnetzbetreiber und IPTV-Plattformen.


Christine Burger hat nach Bekanntwerden der Pläne zur Bebauung der öffentlichen Grünanlage an der Adam-Berg-Straße (Ramersdorf) im Jahr 2018 die Bürgerinitiative zur Rettung dieser Grünanlage gegründet, seither setzt sich die gebürtige Münchnerin für das Bürgerbegehren ein. Mit den Mitstreitern der Ramersdorfer Bürgerinitiative rief sie kürzlich den neu gegründeten gemeinnützigen Verein Rettet die Bäume und Grünflächen Ramersdorf-Perlach e.V. ins Leben gerufen. Ganz besonders liegt ihr die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in urbanen Räumen am Herzen. Die 49-jährige PR-Beraterin ist verheiratet und Mutter einer Tochter.

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