Fare well Lucu

Am vergangenen Dienstag haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regulär nach Dienstschluss das Tropenhaus verlassen. Zu diesem Zeitpunkt war alles sichtlich in Ordnung. Rund 20 Minuten später gab es eine Rauchentwicklung. Die Feuerwehr wurde umgehend alarmiert und war überaus schnell vor Ort. Quasi zeitgleich wurde die zoointerne Informationskette ausgelöst, kurze Zeit später waren Verantwortliche aus Vorstand, Kuratorien und der veterinärmedizinischen Abteilung vor Ort; ebenso zahlreiche Tierpflegerinnen und -pfleger.

Nachdem der Brand durch die sehr gute Arbeit der Feuerwehr nach ca. 1 Stunde unter Kontrolle war, konnte der Zoo eine Teilevakuierung der Tiere durchführen. Erst bei Helligkeit am Morgen und der endgültigen Freigabe durch die Feuerwehr konnte der Tierbestand im Regenwaldhaus regulär gesichtet werden. Der Zoo musste feststellen, dass 21 Prozent der 617 dort lebenden Wirbeltiere verstorben sind. Demgegenüber konnten 79 Prozent der Bewohner durch die schnell ergriffenen Maßnahmen gerettet werden.

Gestorben sind 99 Vögel – darunter das Helmhornvogel-Männchen, Balistare, Blaukappenhäherlinge, Weißkopfbülbüls sowie verschiedene Fruchttaubenarten –, alle 28 Großfische und 5 Säugetiere, namentlich vier Lyle-Flughunde und ein Kurzkopf-Gleitbeutler. Alle 150 Amphibien leben, ebenso alle 150 Reptilien. 163 hochseltene Vögel konnten gerettet werden. Bei den Säugetieren sind Weißhandgibbons, Krallenotter, Bürstenschanz-Rattenkängurus und das Matschie-Baumkänguru unbeschadet.

Das Feuer brach nicht im Tierbereich, sondern in der darunter liegenden Mehrzweckhalle aus. Diese entspricht den brandschutzrechtlichen Vorschriften. Ein Fenster, das einen Einblick aus der Mehrzweckhalle in das Tropenhaus gewährte, wurde durch die hohe Brandlast bzw. Hitze zerstört. Dadurch drang der Rauch in die eigentliche Freiflug-Tropenhalle. Die Tiere, die sich in den oberen Bereichen des Hauses in den Bäumen aufhielten, kamen zu Schaden. Die Rauch- und Wärmeabzugsanlage in der Tropenhalle setzte sich vorschriftsmäßig in Gang, d.h. die Dachfenster öffneten sich.

Am 16. März hat es weitere Untersuchungen zur Ursache durch die Polizeisachverständigen gegeben. Den zuständigen Experten der Brandermittlung zufolge entstand das Feuer in der Zwischendecke, wo mehrere Kabelkanäle verlaufen. Brandstiftung kann demnach ausgeschlossen werden. Der Versicherer war am 17. März vor Ort, eine Schadenssumme kann derzeit noch nicht beziffert werden.

Der Zoo verfügt über ein Brandschutzkonzept, das regelmäßig überprüft wird sowie über einen Brandschutzbeauftragten und Brandschutzhelfer. Die letzte Begehung mit DEKRA und Feuerwehr fand im November 2021 statt. Alle geforderten Brandschutzmaßnahmen wurden erfüllt.

Der Brandbereich in der Mehrzweckhalle wird nun fachgerecht gesäubert, entkernt und instandgesetzt. Der Tierbereich wird gereinigt. Er ist derzeit noch geschlossen. Der Zoo informiert rechtzeitig, wenn das Haus wieder Besuchern zur Verfügung steht. Der Zoo hat ansonsten regulär geöffnet (täglich 9 – 18 Uhr).



 

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