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DFB-FRAUEN SCHEIDEN NACH WM-VORRUNDE AUS


Aus nach der Vorrunde: Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat zum ersten Mal in der Geschichte die K.o.-Runde einer Weltmeisterschaft verpasst. Der Vize-Europameister kam gegen Südkorea im abschließenden WM-Gruppenspiel in Brisbane nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und wurde hinter Kolumbien und Marokko lediglich Dritter. Statt des erhofften dritten WM-Titels muss der Mitfavorit nun die Heimreise vom Turnier in Australien und Neuseeland antreten.

Kolumbien, das das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im zweiten Spiel mit einem Last-Minute-Sieg bezwungen hatte, leistete im Parallelspiel nicht die nötige Schützenhilfe und unterlag Marokko 0:1.


Popp-Ausgleich reicht Deutschland nicht

Sohyon Cho (6.) brachte die Asiatinnen um den ehemaligen Bundesliga-Trainer Colin Bell früh in Führung, Alexandra Popps Ausgleich kurz vor der Pause (42.) reichte Deutschland nicht zum Weiterkommen. Damit ereilte den DFB-Frauen das gleiche Schicksal wie den Männern, als diese vor fünf Jahren bei der WM in Russland auch erstmals schon nach der Gruppenphase die Heimreise antreten mussten - ebenfalls nach einem "Gruppenendspiel" gegen Südkorea.

Im ersten Alles-oder-Nichts-Spiel des Turniers in Down Under nahm die Bundestrainerin zwei Veränderungen in ihrer Startelf im Vergleich zur Niederlage gegen Kolumbien vor. Die nach einer Fersenprellung wiedergenesene Marina Hegering ersetzte in der Innenverteidigung die angeschlagene Sara Doorsoun, Angreiferin Lea Schüller erhielt in ihrem 50. Länderspiel den Vorzug vor Lina Magull. Ansonsten vertraute Voss-Tecklenburg ihren etablierten Stammkräften. Neben Hegering verteidigten Chantal Hagel und Svenja Huth auf den Außen und Kathrin Hendrich innen vor der deutschen Nummer eins Merle Frohms.

In der Zentrale kam Sara Däbritz zu ihrem 100. Länderspiel, Lena Oberdorf komplettierte die Doppelsechs. Auf den offensiven Flügeln wurden Klara Bühl und Jule Brand aufgeboten, Kapitänin Popp spielte neben Schüller als zweite Spitze.


Früher Schock durch Cho

"Wir können schon mal üben", sagte die Bundestrainerin vor der Partie im ZDF mit Blick auf den richtungsweisenden Charakter der Begegnung. "Die Mannschaft ist bei sich. Wir müssen eine gute Balance finden, mehr Mut und Idee haben, Torgefahr zu entwickeln. Wir möchten mit einer guten Energie und einer guten Sicherheit ins Spiel kommen."

Doch von Sicherheit war in den Anfangsminuten aus deutscher Sicht keine Spur. Zwar verzeichnete Popp nach 80 Sekunden den ersten zu zentralen Abschluss, doch schon im nächsten Angriff musste Frohms den Ball gegen Casey Phair mit ihrer ganzen Klasse an den Pfosten lenken (3.). Nach dem nächsten starken Steckpass der Südkoreanerinnen stand Cho alleine vor Frohms, konnte sich die Ecke aussuchen und schob überlegt zur frühen Führung für den vermeintlichen Außenseiter ein (6.).

Nach zehn Minuten fing sich die deutsche Elf etwas, kam über Ballstafetten besser ins Spiel und verzeichnete zwei gute Abschlüsse. Bühl verzog nach einer tollen Kombination über Popp und Schüller knapp neben das Tor (11.), nach einer Viertelstunde vergab die Bayern-Spielerin nach Flanke von Huth per Kopf eine weitere gute Möglichkeit zum Ausgleich (15.).


Südkorea frech und aggressiv

Das Spiel der Vize-Europameisterinnen blieb jedoch zu statisch, die Gegnerinnen pressten früh auf die ballführende Spielerin und stand mit zwei dicht gestaffelten Defensivketten gut. Auch offensiv schaltete sich das Bell-Team immer wieder ein. Ein Fernschuss von Soyun Chi rauschte ungefährlich über das Frohms-Tor (37.).

Von Deutschland kam hingegen wenig, statt über Kombinationen versuchte es das Team hin und wieder mit langen Bällen. Aber weder Popp noch Schüller konnten mit diesen Zuspielen etwas anfangen. Erst in der Schlussphase der ersten Hälfte zeigte der zweimalige Weltmeister einen gelungenen Spielzug. Aus der eigenen Hälfte wurde Huth auf der rechten Angriffsseite angespielt, ihre Flanke fand Popp, die sich am höchsten schraubte und per Kopf ihren vierten Turniertreffer nicht nehmen ließ (42.).

Personell unverändert ging es in den zweiten Durchgang, diesmal waren die ersten Aktionen der Deutschen allerdings zwingender als noch zu Beginn des Spiels. In der 48. Minute rauschte Popp knapp an einer Flanke von Schüller vorbei, im nächsten Angriff verpasste Schüller eine Hereingabe von Däbritz, den zweiten Ball konnte Popp in Rücklage nicht verwerten (48.).

Popp trifft nur die Latte

In der 60. Minute hatten die deutschen Fans den Jubelschrei schon auf den Lippen, ein Kopfball von Popp knallte aber nur an die Latte. Zuvor war ein Abseitstor der Kapitänin nach VAR-Check nicht gegeben worden (58.).

Voss-Tecklenburg reagierte in der 64. Minute mit einem Doppelwechsel: Sydney Lohmann und Lena Lattwein kamen für Bühl und Däbritz ins Spiel. Mit fortschreitender Spielzeit wurde Deutschland immer nervöser, allein Popp hatte noch eine Chance, die südkoreanische Keeperin war aber zur Stelle (74.).

Nicole Anyomi kam in der Schlussphase für Brand (84.), das DFB-Team warf nun alles nach vorne. Der erlösende Siegtreffer wollte aber nicht mehr gelingen.


 

DFB

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