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Damit aus Mädchen Frauen werden könen

Gemeinsam gegen Genitalverstümmelung


Gemeinsam gegen FGM! © Sarah Fürstenberg

Was uns wie finsterstes Mittelalter erscheint, ist leider in vielen Ländern dieser Erde noch Gang und Gebe

Weltweit sind mehr als 200 Millionen Mädchen und Frauen an den Genitalien beschnitten. Der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 6. Februar erinnert daran

Allein in Deutschland leben Schätzungen zufolge über 67.000 Betroffene, fast 17.000 Mädchen gelten als gefährdet

Um diese aufzuzeigen und gegen die grausame Praktik vorzugehen, haben sich NALA e.V. und die Kinderrechtsorganisation Plan International zusammengetan: Mit einer gemeinsamen Paneldiskussion am 5. Februar und dem eindringlichen Kurzvideo #TheOtherVulva der jungen Filmemacherin Sarah Fürstenberg machen sie diese Woche auf die Menschenrechtsverletzung aufmerksam. Ziel der gemeinsamen Kooperation ist es, eine Auseinandersetzung mit diesem Tabuthema anzustoßen und auch in Deutschland für den Umgang damit zu sensibilisieren.


„Es muss ein Umdenken in den Köpfen stattfinden“, sagt Fadumo Korn, die sich als Mitgründerin und Vorsitzende von NALA – Bildung statt Beschneidung e.V. seit vielen Jahren gegen die Praktik einsetzt und selbst als Siebenjährige beschnitten wurde: „Mit Verboten kommen wir nicht weit. Prävention ist der Schlüssel. Wir brauchen mehr Menschen, die auf Augenhöhe über das Thema aufklären. Das ist Sarah Fürstenberg mit #TheOtherVulva gelungen. Es ist ein Film, der in seiner Kürze unfassbar viel offenbart. Ein starker Film, der die Fantasie der Zuschauerinnen anregt und nachwirkt. Die sensible Darstellung motiviert mich, weiterzukämpfen und nicht aufzuhören, mich für die Beseitigung von Genitalverstümmelung auf dieser Welt stark zu machen!“ „Wir können die weibliche Genitalverstümmelung nur stoppen, wenn wir alle Beteiligten mit in unsere Arbeit einbeziehen“, sagt Maike Röttger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Kinderrechtsorganisation Plan International Deutschland. „Mit erhobenen Zeigefinger lässt sich eine solche in vielen Ländern tief verankerte Tradition nicht aus der Welt schaffen. Nur durch Aufklärung und Respekt gegenüber anderen Kulturen, gelingt es uns die Menschen zu einem nachhaltigen Bewusstseinswandel bewegen. Auch hier bei uns in Deutschland. Der Film von Sarah Fürstenberg geht unter die unter die Haut. Er macht die Schmerzen der Frauen nachvollziehbar, ohne die praktizierenden Gemeinden zu verurteilen oder Ressentiments zu schüren.“ Sarah Fürstenberg, Absolventin der Hamburg Media School und Filmemacherin: „Vor dem Dreh von #TheotherVulva habe ich mich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und mit Betroffenen ausgetauscht. Anfangs war ich sehr schockiert. Aber mir war es wichtig, die Menschen zum Hinschauen und Handeln zu bewegen, ohne grausame Bilder zu zeigen. Ich freue mich sehr, hier mit NALA und Plan International zwei Organisationen im Boot zu haben, die das genauso sehen, um mit gemeinsamer Kraft gegen die Genitalverstümmelung vorzugehen.


#TheOtherVulva ist die Abschlussarbeit der 25-jährigen Filmemacherin Sarah Fürstenberg im Rahmen ihres Studiums an der Hamburg Media School. Der zweitägige Dreh fand im Juli 2020 statt, die Darstellerin in dem Spot ist die in Benin geborene Angelina Akpovo. Sie und eine 15-köpfige Crew haben pro bono zur Entstehung des zweiminütigen Videos beigetragen.


©Plan International



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