Aktionstag gegen Mobbing und Cyber-Mobbing



Im Klassenchat bloßgestellt, auf dem Weg zur Schule ausgegrenzt, fiese Kommentare unter dem Profilbild: Mobbing ist nicht neu, aber durch Cyber-Mobbing bekommt es eine neue Dimension. Denn nicht nur ortsgebunden, sondern 24 Stunden am Tag können Kinder und Jugendliche betroffen sein. Mobbing in der Schule setzt sich als Cyber-Mobbing fort und begleitet die Heranwachsenden bis nach Hause. Die Jugendlichen können sich der Situation nur schwer entziehen. Der internationale Tag gegen Mobbing und Cyber- Mobbing in der Schule soll auf die Problematik aufmerksam machen und Sensibilität im Umgang mit betroffenen Kindern und Jugendlichen schaffen. In diesem Jahr steht die Stärkung von Lehrkräften im Umgang mit Mobbing und Cyber-Mobbing im Fokus.


Auch bei der „Nummer gegen Kummer“ melden sich von (Cyber-) Mobbing Betroffene. „Jugendliche berichten von Problemen mit Mitschüler*innen, die auch über Social Media-Gruppen ausgetragen werden. Was einmal gepostet ist, sieht dann die ganze Klasse. Das bekommt dann eine ganz eigene Dynamik“ beschreibt eine Beraterin am Kinder- und Jugendtelefon. „Betroffene fühlen sich oft machtlos und allein in ihrer Situation. Als Beraterin bin ich dann da, höre zu und versuche mit den Ratsuchenden eine Strategie zu entwickeln. Vielleicht gibt es z.B. eine Vertrauenslehrerin oder ein Mitschüler, die unterstützend zur Seite stehen können.“



Bei Sorgen um Schule, Ausbildung und Beruf thematisierten 2021 36% der Kinder und Jugendlichen Mobbing. Wenn es um Websorgen geht, ist Cybermobbing neben Sorgen zum Datenschutz und der Privatsphäre eines der relevantesten Themen am Kinder- und Jugendtelefon. Die „Nummer gegen Kummer“ hilft aber nicht nur betroffenen jungen Menschen, besorgte Eltern können sich ebenfalls an das Elterntelefon wenden.

Auch Lehrkräfte werden mit den Sorgen ihrer Schülerinnen und Schüler konfrontiert. Den Umgang damit in der Klasse zu thematisieren, ist nicht immer ganz einfach. Die Schulbox, die „Nummer gegen Kummer“ kürzlich gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium veröffentlicht hat, hilft Lehrkräften dabei und zeigt Kindern und Jugendliche auf welche Ressourcen sie zurückgreifen können. Die Schulbox kann unter www.bmfsfj.de/schulbox kostenlos bestellt werden.



Das Elterntelefon ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags auch bis 19 Uhr, unter 0800 111 0 550 zu erreichen. Kinder und Jugendliche finden montags bis samstags von 14.00 bis 20.00 Uhr unter der Rufnummer 116 111 Unterstützung am Kinder- und Jugendtelefon oder rund um die Uhr bei der Online-Beratung unter www.nummergegenkummer.de. Die neu eingerichtete Helpline Ukraine ist montags bis freitags von 14.00 Uhr bis 17 Uhr, unter 0800 500 225 0 erreichbar. Hier findet Beratung auf Ukrainisch und Russisch statt. Alle Beratungsangebote sind anonym und kostenlos erreichbar.


 

Nummer gegen Kummer e.V.

Anna Zacharias

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